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Technik & Formate

Metadaten

Metadaten sind strukturierte Zusatzinformationen zu einem Dokument – etwa Aktenzeichen, Erstellungsdatum, Dokumentart oder Scanparameter –, die es beschreiben, ohne Teil des eigentlichen Inhalts zu sein. Sie machen digitalisierte Akten auffindbar, prüfbar und maschinell auswertbar und sind damit Kernbestandteil jedes DMS und Langzeitarchivs.

Was sind Metadaten im Kontext der Aktendigitalisierung?

Metadaten sind Daten über Daten: strukturierte Angaben, die ein Dokument beschreiben, ohne selbst dessen Inhalt zu sein. Bei einer gescannten Rechnung ist der abgebildete Text der Inhalt, während Rechnungsnummer, Lieferantenname, Scandatum und Dateiformat Metadaten sind. Diese Trennung ist entscheidend, weil Metadaten maschinell auswertbar, filterbar und sortierbar sind – ganz anders als reiner Bild- oder Fließtext.

In einem Dokumentenmanagementsystem sind Metadaten die Grundlage jeder Ordnungsstruktur: Sie entscheiden, in welchem virtuellen Ordner ein Dokument erscheint, welche Zugriffsrechte gelten und wie lange es aufbewahrt werden muss.

Welche Arten von Metadaten gibt es?

In der Praxis lassen sich vier Kategorien unterscheiden:

  • Deskriptive Metadaten beschreiben den Inhalt: Aktenzeichen, Titel, Dokumentart, Betreff.
  • Administrative Metadaten regeln Verwaltung und Zugriff: Verantwortlicher, Freigabestatus, Zugriffsrechte, Aufbewahrungsfrist.
  • Technische Metadaten entstehen im Scan- und Verarbeitungsprozess: Auflösung, Farbtiefe, Dateiformat, Kompressionsverfahren, Prüfsumme.
  • Strukturelle Metadaten beschreiben Beziehungen zwischen Dokumenten: Seitenfolge, Zugehörigkeit zu einer Akte, Verweise auf verknüpfte Vorgänge.

Für ein GoBD-konformes Archiv sind vor allem administrative und technische Metadaten wichtig, weil sie die Nachvollziehbarkeit des Erfassungsprozesses belegen – etwa wann und mit welcher Software ein Dokument digitalisiert wurde.

Wie entstehen Metadaten beim Scanprozess?

Ein Großteil der technischen Metadaten fällt automatisch an: Scanner und Erfassungssoftware protokollieren Auflösung, Farbmodus, Dateiformat und Zeitstempel jeder erzeugten Datei ohne manuellen Eingriff. Geschäftsrelevante Metadaten – etwa welchem Mandat oder Vorgang ein Dokument zugeordnet ist – entstehen dagegen über die Indexierung, sei es automatisiert per Barcode-Erkennung und OCR-Auswertung definierter Zonen oder manuell durch geschultes Personal.

Zusätzlich lässt sich mit einem Hash-Wert ein technischer Fingerabdruck der Datei erzeugen, der jede spätere unbemerkte Veränderung nachweisbar macht – ein wichtiger Baustein für den Beweiswert digitaler Dokumente.

Wie werden Metadaten für die Suche genutzt?

Metadaten sind der schnellste Weg zu einem gesuchten Dokument, weil sie exakte, strukturierte Filterung ermöglichen: "alle Bauakten aus 2024 mit Status offen" ist eine typische Metadatenabfrage, die in Sekunden auswertbar ist. Diese strukturierte Suche ergänzt die Volltextsuche, die den kompletten per OCR erkannten Text durchsucht, aber keine exakten Filterkriterien liefert. Ein gut konfiguriertes DMS kombiniert beide: Metadatenfilter zur Eingrenzung, Volltextsuche zur inhaltlichen Recherche innerhalb der gefilterten Treffermenge.

Welche Anforderungen stellen GoBD und Aufbewahrungspflicht an Metadaten?

Die GoBD verlangen, dass steuerrelevante Unterlagen über die gesamte Aufbewahrungsfrist nachvollziehbar, vollständig und maschinell auswertbar bleiben. Metadaten sind dafür das Werkzeug: Ohne sie lässt sich bei einer Betriebsprüfung nicht in angemessener Zeit ein Überblick verschaffen. Wichtig ist außerdem, dass Metadaten selbst dem Grundsatz der Unveränderbarkeit unterliegen – Änderungen an Indexwerten oder Freigabestatus müssen protokolliert werden, damit der ursprüngliche Erfassungszustand rekonstruierbar bleibt.

Bei Systemwechseln, etwa der Migration auf ein neues DMS, müssen Metadaten vollständig mitwandern. Ein Verlust von Metadaten macht ein an sich vollständiges Digitalisat faktisch unauffindbar und kann bei einer Prüfung als formeller Mangel gewertet werden.

Wie wird ein Metadatenschema für ein Digitalisierungsprojekt entwickelt?

Am Anfang jedes Projekts steht eine Analyse der vorhandenen Dokumentarten und ihres tatsächlichen Suchbedarfs: Welche Felder werden später wirklich gebraucht, welche sind nur technische Pflicht? Aus dieser Analyse entsteht ein Metadatenschema, das für jede Dokumentart Pflichtfelder, deren Format und Herkunft (automatisch, manuell, aus Fachsystem) definiert. Dieses Schema wird in der Verfahrensdokumentation festgehalten und bildet die Grundlage für die spätere Indexierung.

Ein erfahrener Scandienstleister berät bei der Auswahl eines sinnvollen, nicht überdimensionierten Metadatenschemas und passt es an die vorhandene DMS- oder Fachanwendungsstruktur an. Wie Metadatenaufwand in Angeboten kalkuliert wird, lässt sich unkompliziert über die Kontaktseite klären.

Welche technischen Standards regeln den Austausch von Metadaten?

Damit Metadaten zwischen unterschiedlichen Systemen – etwa zwischen Scandienstleister, DMS und Fachanwendung – verlustfrei übertragen werden können, kommen standardisierte Austauschformate zum Einsatz, etwa XML-basierte Übergabelisten oder herstellerspezifische Importschnittstellen. Wichtig ist dabei eine eindeutige Feldzuordnung: Ein Aktenzeichen muss im Zielsystem exakt in das dafür vorgesehene Feld einlaufen, nicht in ein Freitextfeld, sonst geht die Filterfähigkeit verloren. Bei größeren Migrationsprojekten, etwa dem Wechsel auf ein neues DMS, ist die vollständige und korrekte Übernahme aller Metadatenfelder einer der aufwendigsten, aber auch kritischsten Arbeitsschritte.

Wie unterscheiden sich Metadaten bei Bild-, Text- und Hybridarchivierung?

Bei reiner Bildarchivierung ohne OCR bestehen die Metadaten meist nur aus technischen und administrativen Angaben plus manuell erfassten Indexfeldern. Sobald ein OCR-Volltext existiert, kommen inhaltsbezogene Metadaten hinzu, etwa erkannte Sprache oder Vertrauenswerte der Texterkennung, die für die Qualitätssicherung ausgewertet werden können. Bei hybriden Formaten wie PDF/A-3, die zusätzlich strukturierte Originaldateien einbetten, erweitert sich das Metadatenmodell noch einmal: Neben den Dokumentmetadaten existieren dann eigene Metadaten der eingebetteten Datei, etwa bei ZUGFeRD-Rechnungen die Rechnungsdaten selbst als strukturierte, maschinenlesbare Ebene.

Welche Rolle spielen Metadaten bei Zugriffsrechten und Datenschutz?

Metadaten steuern in vielen DMS nicht nur die Auffindbarkeit, sondern auch, wer ein Dokument sehen darf. Über administrative Metadaten wie Vertraulichkeitsstufe, zuständige Abteilung oder Mandatszugehörigkeit lassen sich granulare Berechtigungskonzepte umsetzen, die etwa verhindern, dass Mitarbeitende Mandantenakten anderer Sachbearbeiter einsehen können. Diese Verknüpfung von Metadaten und Zugriffssteuerung ist auch aus Datenschutzsicht relevant, weil sie den Grundsatz der Zweckbindung und Datenminimierung technisch unterstützt.

Häufige Fragen zu Metadaten

Was ist der Unterschied zwischen Metadaten und Indexfeldern?+

Indexfelder sind eine Teilmenge der Metadaten: gezielt ausgewählte, geschäftsrelevante Werte wie Aktenzeichen oder Kundennummer, über die aktiv gesucht wird. Metadaten umfassen darüber hinaus technische Angaben wie Scandatum, Auflösung, Dateiformat oder Prüfsummen, die selten direkt gesucht, aber für Nachvollziehbarkeit und Archivierung gebraucht werden.

Welche Metadaten sind für die GoBD relevant?+

Relevant sind vor allem Angaben, die Nachvollziehbarkeit und Unveränderbarkeit belegen: Erfassungszeitpunkt, verantwortliche Person oder Station, gegebenenfalls ein Hash-Wert zur Integritätsprüfung sowie die Zuordnung zum ursprünglichen Geschäftsvorfall über Indexfelder wie Belegdatum oder Aktenzeichen.

Werden Metadaten automatisch oder manuell erzeugt?+

Ein großer Teil entsteht automatisch beim Scan- und Verarbeitungsprozess, etwa Auflösung, Dateiformat oder Zeitstempel. Geschäftsbezogene Metadaten wie Aktenzeichen oder Dokumentart werden dagegen über Indexierung erfasst – automatisiert per Barcode/OCR oder manuell.

Können Metadaten nachträglich geändert werden?+

Technisch ja, in jedem DMS lassen sich Metadatenfelder bearbeiten. Bei archivierten, GoBD-relevanten Dokumenten muss jede Änderung jedoch protokolliert werden (Audit-Trail), damit der ursprüngliche Zustand nachvollziehbar bleibt.

Wie viele Metadatenfelder braucht ein Digitalisierungsprojekt?+

Das hängt von der Dokumentart ab. Sinnvoll ist ein schlankes Set aus drei bis acht geschäftsrelevanten Feldern pro Dokumentart plus die technischen Standardfelder, die das DMS ohnehin automatisch pflegt.

Fragen zur technischen Umsetzung?

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